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International

EU vor Scherbenhaufen

Freitag, 13. Juni 2008, 7:37 Uhr, Aktualisiert 14.06.2008, 1:47 Uhr

Iren schicken Reformvertrag bachab

Zwei Jahre nach dem Scheitern der Europäischen Verfassung steht die EU erneut vor einem Scherbenhaufen. Der als Ersatz gedachte EU-Reformvertrag fiel beim Referendum in Irland durch: 53,4 Prozent sagten Nein. Derweil diskutiert Brüssel Auswege aus der Krise.

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Irland sagt Nein
Video EU muss sich dem Willen Irlands fügen Irland sagt Nein (13.06.08)
Video Irland sagt Nein EU muss sich dem Willen Irlands fügen (14.06.08)

Die irische Regierung zeigte sich über die Niederlage enttäuscht. Justizminister Dermot Ahern sagte: «Wenn wir das einzige Land sein sollten, das den Vertrag nicht ratifiziert, geraten wir in unbekannte Gewässer.»

Die irische Regierung hatte ebenso wie die grössten Oppositionsparteien und Wirtschaftsführer bis zuletzt für das Abkommen geworben. Die Stimmbeteilung lag laut Medienberichten bei 45 Prozent.

Brüssel gibt noch nicht auf

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und Spitzenpolitiker von EU-Staaten warnten vor vorschnellen Schlussfolgerungen. 18 Staaten hätten dem Vertrag von Lissabon bereits zugestimmt, betonte Barroso. Er rief die noch ausstehenden auf, mit der Ratifizierung des Vertrags fortzufahren.

Den gleichen Appell lancierte auch Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy. Frankreich übernimmt am 1. Juli die EU-Ratspräsidentschaft.

Tschechien ist skeptisch

Die tschechische Regierung deutete allerdings Widerstand gegen diesen Aufruf an. «Wir nehmen das irische Nein nicht weniger ernst als die früheren Absagen aus Frankreich und den Niederlanden», erklärte Ministerpräsident Mirek Topolanek.

Franzosen und Niederländer hatten 2005 den Entwurf einer Europäischen Verfassung abgelehnt, der wenig später zu Grabe getragen wurde. Topolanek machte zudem deutlich, dass er den Reformvertrag nicht für zwingend erforderlich halte: «Die EU hat eine solide Vertragsbasis und funktioniert.»

Der italienische Staatspräsident Giorgio Napolitano erklärte: «Wir können uns nicht vorstellen, dass die Entscheidung von wenig mehr als der Hälfte der Wähler eines Landes, das weniger als ein Prozent der EU-Bevölkerung repräsentiert, den unverzichtbaren Reformprozess stoppen kann.»

Reform ohne Irland?

Mit dem Nein der Iren ist der Versuch einer umfassenden Reform der gesamten Europäischen Union gescheitert. Offen bleibt, ob der Reformvertrag in den anderen 26 EU-Staaten umgesetzt werden kann, falls er überall ratifiziert wird.

Dies würde bedeuten, dass für Irland eine juristische Sonderregelung gefunden werden müsste. Dieses Modell schlug Frankreich vor. Wie es genau funktionieren könnte, blieb indes offen.

Eine solche Lösung würde zudem voraussetzen, dass die Ratifizierung in den acht noch ausstehenden Staaten gelingt. Vor allem in Grossbritannien, wo bald das Oberhaus entscheidet, ist dies fraglich.

(ap/sda/schj)

Kommentare aktiv...

E. Meier

*
Verfasst am:
14.6.2008 2:15

 

Sehr viel Ahnung von der EU

Die Eurokraten haben sich schon von den Franzosen... mehr …

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R. Kuster

Nürensdorf
Verfasst am:
13.6.2008 23:00

 

Weiter

Immer diese lästigen Bürger. Es liesse sich... mehr …

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T. Becher

Rafz
Verfasst am:
13.6.2008 20:49

 

Vorschlag

Es werden bei solch wichtigen Anliegen alle... mehr …

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